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Der Steppenwolf - Eine Rezension

Schülerinnen und Schüler des TGU besuchen im Rahmen der Abiturvorbereitung ein Theaterstück zur Pflichtlektüre Deutsch. J.Fischer, R.Seyfang und J.Unglaub rezensieren das Stück.

„Der Tag war vergangen, wie eben Tage so vergehen;“ (S.33 Z.1f).

Mit diesen Worten begann das Theaterstück „Der Steppenwolf“, das Teile des Umwelttechnischen Gymnasiums der Oscar-Walcker-Schule Ludwigsburg am Mittwoch, den 15.01.20, im Kongress-und Kulturzentrum Kornwestheim - kurz: im K - besuchten.

Der Saal war mit vielen jungen Besuchern gefüllt, die gespannt auf die Inszenierung der aktuellen Pflichtlektüren des Deutschabiturs warteten. Die Vorführung begann ein wenig überraschend, als der Hauptdarsteller – Harry Haller- plötzlich aus seinem Sitz im Publikum aufstand und das Stück dadurch einleitete.
Das Vorwort des Verfassers, welches im Buch die ersten Seiten einnimmt, wurde durch regelmäßige Zwischenspiele ersetzt. Dadurch wurde das Leben von Harry Haller chronologischer erzählt, der anfängliche Wechsel der Erzählperspektiven entfiel und der gutbürgerliche Neffe der Vermieterin wurde Harry Haller für die gesamte Aufführungsdauer an die Seite gestellt.

Die Gespaltenheit Harrys wurde von dem Schauspieler ausdrucksstark dargestellt,  so dass der Zuschauer immer wusste, welche Seite Harrys gerade auf der Bühne stand. Als Steppenwolf begann er teils zu jaulen und sich wie ein Wolf zu verhalten, als Mensch wirkte er rational und gefasst. Die Textauswahl verdeutlichte zudem, welcher Teil Harrys gerade auf der Bühne agierte.

Durch das regelmäßige Auftauchen des Neffen wurde die Handlung immer wieder auf neue, passende und teilweise auch sehr unterhaltsame Situationen gelenkt.

Zentral auf der Bühne war eine kleine Araukarie, eine Pflanze, die im Buch nur kurz erwähnt wird, im Stück aber gerade bei den Unterhaltungen mit dem Neffen häufig als Leitmotiv diente, genauso wie das immer wiederkehrende Radio, das der Neffe bei sich trug.

Natürlich durfte auch der Besuch beim Professor nicht fehlen. Obwohl diesem die Frau fehlte, wurde die Kernaussage der Szenen klar, deutlich und mit einer ordentlichen Portion Humor dargestellt.

Dann lernte Harry endlich Hermine kennen und seine Persönlichkeit begann sich verändern. Sein zu Beginn starker Wolfscharakter wies nach und nach mehr menschliche Züge auf. Als besonders humorvoll und unterhaltend blieb die Traumszene mit dem „unsterblichen“ Goethe in Erinnerung.

Ähnlich verhält es sich auch mit dem Kennenlernen von Maria und Pablo. Sowohl Maria, als auch Pablo wurden dabei so markant gespielt, dass sie sofort erkennbar und gut im Gedächtnis blieben, was vielleicht auch an der authentischen Liebeszene zwischen Maria und Harry liegen könnte?

Das Bühnenbild war funktional und die Kostüme passend zu den jeweiligen Charakteren gewählt. Besonders hervorzuheben ist aber die sehr gute schauspielerische Leistung der einzelnen Darsteller.

Die Atmosphäre im gut gefüllten Saal war gut, das Publikum – bestehend aus jung und alt- zeigte sich begeistert. Es war ein sehenswertes Theaterstück, welches die vorangegangene Lektüre im Deutschunterricht gut abgerundet hat.

J.Fischer, R.Seyfang, J.Unglaub (Schüler der TGU 13)