• OSCAR WALCKER SCHULE

    Mein Maßstab für berufliche Bildung

Wahrnehmung mit allen Sinnen – Berufe zum Anfassen und Ausprobieren

Der Berufsinformationstag an der Oscar-Walcker-Schule in Ludwigsburg überzeugt mit neuer Struktur

Berufe zum Anfassen beim BIT der OWS (Bild1von5)

Auch in diesem Jahr präsentierte die Oscar-Walcker-Schule in Ludwigsburg interessierten Schulklassen  aus verschiedenen Schulen des Landkreises einen Überblick über die zahlreichen Ausbildungsberufe, die an der Schule angeboten werden. Am 28. November nahmen etwa 450 Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit wahr, in verschiedene Berufsfelder hineinzuschnuppern. Dafür hatten sowohl Lehrkräfte als auch Auszubildende der OWS in den verschiedenen Abteilungen Workshops vorbereitet.

Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren, in denen die Besucher durch alle Abteilungen geführt wurden und oftmals nur einen kurzen Überblick über die jeweiligen Berufe erhielten, lag der Fokus in diesem Jahr vor allem darauf, dass die Schülerinnen und Schüler möglichst viel selbst ausprobieren durften. Die Organisatorinnen, Janina Boegel und Antje Döll-Schmidt, hatten daher für dieses Jahr zwei Rundgänge entwickelt, die durch jeweils drei Abteilungen führen sollten. Die Besucher entschieden sich im Vorfeld ob sie sich in den Bereichen Gesundheit, Körperpflege und Farbe oder aber in den Berufen der Abteilungen Holz, Bau oder Nahrung informieren wollten. So bekam man zwar nicht alle Abteilungen zu sehen, dafür aber einen weitaus tieferen Einblick in einzelne Berufsfelder. Jeder Beruf präsentierte sich mit je zwei Workshops. Ein Rundgang dauerte ca. 2,5 Stunden und wurde von freiwilligen Helfern aus der Schülerschaft der Oscar-Walcker-Schule begleitet.

Wer sich für Rundgang A entschieden hatte und somit für die Berufsfelder der Gesundheit, Körperpflege und Farbe, konnte sich dort überall selbst erproben und somit prüfen, ob der Ausbildungsberuf in Frage kommt. In den Räumen der Körperpflege wurde an Modellköpfen mit Unterstützung der hilfsbereiten Auszubildenden des 1. Lehrjahres eifrig frisiert: Es wurden Zöpfe geflochten oder Lockenwickler eingedreht. „Das hat voll Spaß gemacht“ freute sich eine Schülerin der Eberhard-Ludwig-Schule aus Ludwigsburg im Anschluss. Auch die begleitende Lehrerin fand, dass die Schülerinnen einen „guten Einblick“ in den Beruf des Friseurs/der Friseurin bekommen haben.

In dem Bereich der Gesundheit erhielten die Besucher Informationen zu den Berufen der Zahnmedizinischen Assistentin, bzw. der Medizinischen Fachangestellten. Angehende medizinische Assistentinnen stellten ihren Alltag in einer Zahnarztpraxis sowie typische Behandlungsabläufe vor. Darüber hinaus wiesen die Auszubildenden auf die guten Berufs- und Karrierechancen hin und warben damit, dass der Beruf der Zahnmedizinischen Fachangestellten entgegen mancher Vorstellungen sehr abwechslungsreich sei. Ebenfalls in der Abteilung für Berufe im Gesundheitswesen konnten die Besucher ihre Lungenfunktion testen, den Blutdruck messen lassen und lernen, wie ein EKG funktioniert.
Bei den Malern und Lackierern fertigten Schülerinnen und Schüler mit Hilfe der Auszubildenden des 1. Lehrjahres Grußkarten mit der Methode des Schablonierens an oder probierten sich in der ebenfalls für die Malerausbildung typischen Wickeltechnik aus. Ergebnisse konnten selbstverständlich mit nach Hause genommen werden.

Besucher, die sich im Vorfeld für den Rundgang B angemeldet hatten, erhielten einen Einblick in die beruflichen Bereiche im Holz, Bau und in der Nahrung. Da man als Bäckereifachverkäufer/in neben vielen anderen Dingen auch lernt, wie man Produkte ordentlich und vor allem jetzt zur Weihnachtszeit ansprechend verpackt, durften sich Besucher darin ausprobieren Schokoladentafeln festlich zu verpacken. Ob man diese im Anschluss selbst verzehrte oder als Geschenk für die Lieben mit nach Hause nahm, blieb jedem selbst überlassen.

In den Werkstätten der Nahrungsabteilung wurden indessen unter Anleitung von Fachlehrern und Auszubildenden der OWS Flammkuchen belegt, Flachswickel und Marktbrezeln sowie Zöpfe geformt und gebacken. In der Werkstatt der Fleischer stellten die Besucherinnen und Besucher, ebenfalls unter fachkundiger Anleitung, Burger her, wobei auf den typischen Ablauf geachtet wurde: Vom Händewaschen und Desinfizieren über Abwiegen und Mischen und anschließendes Formen und Braten des Fleisches waren die Teilnehmer des Workshops an allen Arbeitsschritten beteiligt. Alle Produkte, die in den Werkstätten der Nahrung hergestellt wurden, konnten im Anschluss aufgegessen werden. „Die Schüler werden aktiv mit einbezogen“ lobte Herr Maier, Lehrer an der Carl-Schäfer Schule Ludwigsburg das neue Konzept des Berufsinformationstags. Er war bereits das vierte Mal mit einer Klasse seiner Schule dabei und hob hervor, dass der neue Ablauf seiner Ansicht nach ansprechender für die Schülerinnen und Schüler sei, da er neben tiefen Einblicken in einzelne Berufe die Jugendlichen nicht mit zu vielen Informationen auf einmal überfordere.

Die zweite Station des Rundgangs B führte die Besucherinnen und Besucher in die Werkstätten der Holzabteilung. Hier konnte man Rätselspiele aus Holz gestalten, die von den Teilnehmern eigenständig angezeichnet, gebohrt und verleimt wurden. Im nächsten Raum wurden Holzplatten mit Schriftzügen gestaltet und von einer CNC_Maschine ausgefräst. Die fertigen Holzplatten durften natürlich mitgenommen werden.

Mit anpacken konnte man auch in der Bauabteilung: Mit Hilfe von Azubis wurden kleine Mauern gemauert, in der Nachbarwerkstatt Schalungen zusammengebaut. Highlight für einige war das Ausprobieren der Rüttelplatte für Beton. Der eine oder andere wurde unter Lachen ordentlich durchgeschüttelt und staunte über die Kraft des Geräts.

Die Resonanz zum Berufsinformationstag war insgesamt positiv. Die teilnehmenden Schulklassen fühlten sich gut informiert. „Das an den Haaren spielen war besonders toll, ich kann mir vorstellen den Beruf des Friseurs zu lernen“ sagte eine Schülerin der Philipp-Matthäus-Hahn Gesamtschule in Kornwestheim. In den zahlreichen Feedbackbögen, die nach den Rundgängen von den besuchenden Lehrkräften ausgefüllt werden konnten, hieß es unter anderem: „Der konkrete Einblick für Schülerinnen und Schüler in konkrete Handlungsfelder der Berufswelt ist sehr wichtig! Weiter so!“ Insgesamt lässt sich demnach ein sehr gutes Fazit des diesjährigen, neugestalteten Berufsinformationstags an der Oscar-Walcker-Schule ziehen. Also: Weiter so!