• OSCAR WALCKER SCHULE

    Mein Maßstab für berufliche Bildung

Zwischen Handwerk, Sprache und Kultur

Auszubildenden-Austausch der Oscar-Walcker-Schule Ludwigsburg nach Frankreich

Bereits zum zweiten Mal fand vom 03.03. bis 22.03.2019 der Austausch zwischen der Oscar-Walcker-Schule in Ludwigsburg und der BTP-CFA-Auvergne in Bains, Frankreich statt. Werkstattlehrer Gerd Erath, der das vom DFS-SFA (Deutsch-Französisches Sekretariat für den Austausch in der beruflichen Bildung) geförderte Projekt ins Leben gerufen hat, begleitete in diesem Jahr ins-gesamt acht Auszubildende, davon zwei MaurerInnen, drei Zimmermänner und drei SchreinerInnen. Im Mittelpunkt des dreiwöchigen Besuchs standen nicht nur der fachliche sondern auch der soziale und kulturelle Austausch zwischen Auszubildenden, Lehrkräften und Betrieben.

So verbrachten die Auszubildenden die erste Woche in den Werkstätten der Partnerschule. Dort erhielten sie erste Einblicke in die Arbeitsweisen der französischen Kollegen des jeweiligen Handwerks und merkten bei ihren Aufgaben bald, dass in Frankreich manche Dinge anders gehandhabt werden, als sie es aus der Heimat gewohnt sind. Der zusätzliche obligatorische Sprachunterricht gab den Azubis dann auch die Möglichkeit, sich mit anderen Schülern auszutauschen, und bildete die Grundlage für die Arbeit in den Betrieben.

Die zweite und dritte Woche arbeiteten die Austauschschüler in verschiedenen Betrieben, um die französische Arbeitskultur auch in echt erleben zu können. Dabei wurden sie ihrem jeweiligen Handwerk und fachlichen Können entsprechend auf unterschiedlichen Baustellen eingesetzt. Besonders fiel dabei auf, dass die Trennung zwischen den verschiedenen Berufen, z.B. Schreiner, Zimmermann und Dachdecker, weniger streng ist als in Deutschland. So erhielten die Zimmermänner auch Aufgaben, die bei uns von Schreinern übernommen werden und anders herum. Die Maurer hatten zudem die Möglichkeit, bei Restaurationsarbeiten ihre Fähigkeiten zu erweitern. Auch die Arbeitshaltung erschien den Azubis oftmals ungewohnt; so arbeiteten zum Beispiel die Franzosen nach Aussagen der Austauschschüler wesentlich entspannter und mit mehr Ruhe.

Neben der Arbeit und dem Unterricht boten mehrere KollegInnen des CFA ab-wechslungsreiche Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung an. Hier standen unter anderem Museumsbesuche, die Besichtigung der Stadt Le Puy-en-Velay mit ihren historischen Denkmälern und Sehenswürdigkeiten, eine Wanderung und gemeinsames Bowling auf dem Programm.

Nach einem gemütlichen Abschied im Kreis des Kollegiums am CFA traten die Auszubildenden mit den betreuenden Lehrkräften Uwe Peters und Sandra Maier, welche Gerd Erath zur Mitte des Austauschs abgelöst hatten, die lange Heimreise an. Insgesamt zogen die Schülerinnen und Schüler ein positives Resümee und bestätigten den Austausch als Möglichkeit, nicht nur ein anderes Land sondern eine andere Kultur mit anderen handwerklichen Arbeitstechniken kennenzulernen und so das eigene berufliche Portfolio zu erweitern.