• OSCAR WALCKER SCHULE

    Mein Maßstab für berufliche Bildung

An Vergangenes erinnern um Zukunft zu gestalten

Schülerinnen und Schüler des 2. Jahres der zweijährigen Berufsfachschule zeigen in der Oscar-Walcker-Schule Ludwigsburg eine Ausstellung zu den Ludwigsburger Opfern des Nationalsozialismus und mahnen damit zu Toleranz und Offenheit.

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„Die Erinnerung an den Holocaust ist ein gemeinschaftliches Projekt, an dem wir alle beteiligt sind. Wenn Menschen, die ein Teil unserer Gesellschaft sind – ob deutscher oder anderer Herkunft –, antisemitische Vorurteile haben, dann ist das keine von der Mehrheitsgesellschaft abgerückte Angelegenheit. Dann ist es unser aller Problem. Nur gemeinsam können wir die Zukunft so gestalten, dass ein solch grausamer Zivilisationsbruch nie wieder passiert, nirgendwo. Jede Generation muss das immer wieder von neuem tun.“ So lauten die Worte auf einer der Tafeln der Ausstellung, die Schülerinnen und Schüler der zweijährigen Berufsfachschule im Rahmen des Geschichts- und Gemeinschaftskundeunterrichts in den vergangenen Wochen erarbeitet haben. Diese Ausstellung mit dem Titel „Bitte vergiss mich nicht…“ wurde am 14.Mai 2019 um 18.30 Uhr im Flurbereich der Räume 12.12 – 12.15 der Schule eröffnet und ist dort nun zu sehen.

Zur Eröffnung waren Eltern, Kollegen sowie Schülerinnen und Schüler eingeladen. Zu Beginn leitete Christian Nelz, Schüler der Abteilung Musikinstrumentenbau, mit einem Klavierstück ein. Anschließend begrüßten die Fachlehrerin Jana Weigend und der Schulleiter der OWS, Herr Moser, die Besucher. Herr Moser wies auf den aktuellen Bezug der Thematik hin, denn gerade vor dem Hintergrund des heute wieder aufkommenden Rechtspopulismus und in Zeiten so genannter Fake News, sei es wichtig, an die Vergangenheit zu erinnern um künftig Toleranz zu leben. Begleitet von sanfter Klaviermusik sahen sich die Besucher anschließend die von den Schülern gestalteten Tafeln an. Stolpersteine aus Papier auf dem Boden ausgelegt wiesen den Weg und erinnerten an weitere Opfer aus Ludwigsburg.

Die Ausstellung hat ihren Schwerpunkt auf Einzelschicksale von Ludwigsburger Bürgern gelegt, die aus verschiedenen Gründen Opfer der grausamen Verfolgungs- und Tötungspolitik der Nationalsozialisten wurden. Neben Hintergrundinformationen zur Verfolgungspolitik der jeweiligen Opfergruppen wurden exemplarisch Einzelschicksale beleuchtet. Friedrich Hermann Enchelmayer wurde zum Opfer, weil er als Homosexueller dem nationalsozialistischen Menschenbild widersprach. Ebenso wurde Margarete Michelfelder im Alter von acht Jahren ermordet, weil sie aufgrund ihrer geistigen Behinderung als „minderwertig“ galt. Weitere Opfer wie Franz Martin und Hermann Wießmann mussten sterben, weil sie im politischen Widerstand aktiv waren. Sinti und Roma galten im nationalsozialistischen Weltbild als „asozial“. Weil er Sinto war, wurde Anton Reinhardt ermordet. Max Elsas musste sterben, weil er Jude war.

Ein weiterer Teil der Ausstellung befasst sich mit dem Thema Gedenken im Allgemeinen und Formen des Gedenkens in Ludwigsburg im Speziellen. Eine Vitrine zeigt Reproduktionen verschiedener Dokumente, die die nationalsozialistische Verfolgungspolitik dokumentieren.

Insgesamt haben die Schülerinnen und Schüler der Klasse 2BFF2/2BFZ2 eine beeindruckende Ausstellung erarbeitet, die bereits auf große positive Resonanz gestoßen ist. Dieser Erfolg macht die Schülerinnen und Schülern zu Recht „schon ein bisschen stolz, auf das, was wir erarbeitet haben“ und alle sind sich einig: Man sollte jeden Menschen so akzeptieren, wie er ist. 

Ein besonderer Dank der Klasse sowie ihrer Fachlehrerin gilt der Stolperstein Initiative Ludwigsburg, Frau Dr. Koch und Frau Dr. Ruffer vom Staatsarchiv und zahlreichen Kollegen und den Hausmeistern der OWS für die Unterstützung bei der technischen Umsetzung des Projekts.