Wenn die Ausbildungszahlen sinken, ist aktives Handeln gefragt. Diesen Impuls setzte eine engagierte Gruppe innerhalb des Bundes Deutscher Klavierbauer (BDK) mit ihrer „Ausbildungsinitiative Klavierbau“. Da die bundesweit zuständige Oscar-Walcker-Schule (OWS) von der ersten Stunde an eng in die Konzeption einbezogen war, konnte innerhalb kürzester Zeit ein fundiertes Modell entwickelt werden. Das Ziel: Jungen Talenten den Einstieg ebnen und vor allem mehr Handwerksbetriebe für die Ausbildung zu gewinnen.
Ein Jahr Vollzeit – Fokus auf die Werkbank
Das Angebot ist als vollzeitschulisches erstes Ausbildungsjahr konzipiert. Der Lehrplan orientiert sich strikt an der offiziellen Ausbildungsordnung. Während die Theorie (Lernfelder 1 bis 4) rund eineinhalb Tage pro Woche beansprucht, liegt das Herzstück in der Werkstatt: An drei Tagen trainieren die Schülerinnen und Schüler die handwerklichen Grundlagen.
Im Mittelpunkt steht die Holztechnik – das unverzichtbare Fundament für jeden Klavierbauer. Ergänzt wird die Arbeit durch erste Begegnungen mit der Mechanik und dem Stimmen. So entsteht ein realistisches Bild eines Berufs, der absolute Präzision mit klanglicher Leidenschaft verbindet.
WICHTIG:
Die Möglichkeit, das erste Ausbildungsjahr direkt im dualen System zu beginnen, bleibt selbstverständlich weiterhin bestehen. Mit einem Ausbildungsvertrag beginnt die Ausbildung im Betrieb. Der Berufsschulunterricht findet in Blockform statt.
Direkter Sprung ins zweite Lehrjahr
Das neue Modell setzt auf einen nahtlosen Übergang in die duale Ausbildung: Wer das Jahr erfolgreich mit der praktischen Prüfung abschließt, kann das Zeugnis als erstes Ausbildungsjahr anerkennen lassen. Die Absolventen steigen im Idealfall direkt in das zweite Lehrjahr ein und besuchen fortan den regulären Blockunterricht an der OWS.
Wichtiger Hinweis: Der BDK und die Schule empfehlen Interessierten, bereits vorab einen Vorvertrag mit einem Ausbildungsbetrieb abzuschließen. Dies schafft Verbindlichkeit für beide Seiten und sorgt für eine bevorzugte Vergabe der Plätze.
Kleine Gruppe, große Wirkung
Die Pilotphase ist bewusst exklusiv: Zunächst stehen fünf Plätze zur Verfügung, was eine intensive und individuelle Betreuung garantiert. Da die Schule über kein eigenes Wohnheim verfügt, sollten sich Bewerber frühzeitig um eine Unterkunft in Ludwigsburg bemühen.
Flankiert wird der Aufbruch durch die neu gegründete „Stiftung zur Förderung der Aus- und Weiterbildung im Musikinstrumentenbau an der OWS. Das Pilotprojekt ist damit weit mehr als ein neues Unterrichtsformat – es ist ein deutliches Signal für die Zukunftsfähigkeit eines Handwerks, das Tradition mit modernem Ausbildungsmanagement verbindet.
Anmeldung & Info:
- Anfragen und Bewerbungen nimmt unser Sekretariat gern per Mail entgegen: sekretariat(at)ows-lb.de
- Bei Anfragen zum Ausbildungsmodell zur Unterstützung für Kleinbetriebe, wenden Sie sich bitte an den Bundesinnungsverband für das Musikinstrumenten-Handwerk, Fachbereich Klavierbau unter folgender Mailadresse: info(at)biv-musikinstrumente.de